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Weberhänsele

(Mundharmonikamacher)

 

Um mehr zu verdienen nahm er, wie sein Bruder einen Winter lang die Kraxe (Holztragegestell) auf den Rücken und handelte mit Schwarzwälder Uhren.

Als einsichtiger Mann fand er bald heraus, dass er seinen Beruf verfehlt habe und wurde deshalb Unterhändler. Hier war er wirklich der richtige Mann am richtigen Platz. Durch sein rechtliches Denken und Handeln war er bei Verkäufern und Käufern geachtet und wegen seines trefflichen Humors war er überall ein gern gesehener Gast. Als Unterhändler musste er sich, mehr as ihm oft angenehm war, in Gasthäusern aufhalten, den hier wurden die meisten Käufe abgeschlossen. Trotzdem sagt ein Nachbar von ihm: „Ich hab das Weberhänsele nie betrunken, sondern immer heiter gesehen.“

Eines Tages kam er auch wieder Linde. Der wirt muss ihn übersehen oder gedacht haben er wäre nicht durstig, er saß eine längere Zeit unter den anwesenden Gästen.  Ohne bedient zu werden. Auf einmal erhob er sich, ging an die Theke und nahm ein leeren Bierkrug und verlies mit dem Glas das Lokal, ohne ein Wort zu sagen.

Nach einiger Zeit kam er mit einem nun mit Bier gefüllten Glas in der Hand haltend zurück und rief zur Tür herein während sich alle anwesenden Gäste erstaunt nach ihm umsahen, dem Lindenwirt in seiner heiter, schelmischen Art zu: „Du Johannes, ich soll dir einen Gruß sagen vom weißen Bär (dem wird zum weißen Bären) und du sollst ihm noch mehr Gäste schicken wenn du sie nicht mehr bedienen willst, er macht das gern!“ Auf die Rede brachen sämtliche Gäste in ein schallendes Gelächter aus. Der Spaßvogel trank sein Glas stehend leer, stellte es hin wo er es genommen hatte und verabschiedete sich so ernst und so trocken, als wäre nichts vorgefallen. Anlässlich eines Gaufeuerwehrtages im Jahr 1882 hatte unser Weberhänsele auf dem Festplatz eine Bierbude aufgeschlagen, über deren Dach die Inschrift stand:

Wie sich doch die Zeiten ändern und schnell alles anders wird:

Gestern noch ein Schweinehändler, Heut schon ein flotter Wirt!

 

Für den Schnupftabak hatte das Weberhänsele auch eine große Schwäche. Er verbrauchte ansehnliche Mengen. Traf er einen Bekannten hielt er Ihm die Dose hin mit dem Worten:

„Wenn sich Mund und Herz erlaben, muss die Nase auch was haben.“

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